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Kreislauf schließen - Rohstoffe effizienter nutzen

Freitag, 17. März 2017, 09:11 Uhr

Ein umweltpolitisch äußerst aktuelles Thema, welches zugleich von hoher ökonomischer Tragweite zeugt, ist die sogenannte „Kreislaufwirtschaft“. Ziel dieses Wirtschaftens ist es, die effiziente Nutzung von Ressourcen zu erhöhen, indem die Deponierung reduziert, stattdessen vermeintlicher Abfall recycelt und somit erneut nutzbar wird.

Mit diesem Konzept befassen wir uns im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments schon seit längerem und haben nun auch im Plenum ein Gesetzespaket mit der Vision „Null Abfall“ beschlossen. Bis zum Jahr 2030 sollen nur noch 5 % der Haushaltsabfälle auf Deponien landen und 70 % recycelt werden. Momentan werden lediglich 44 % des Abfalls innerhalb der EU wiederverwertet oder kompostiert.

Weiterer Inhalt des „Abfallpakets“ ist die Absicht, die Verschwendung von Nahrungsmitteln zu minimieren. Jeder Europäer verschwendet heute noch durchschnittlich circa 180 kg Lebensmittel im Jahr.

Die neuen Vorgaben sollen bewirken, dass unser ohnehin ressourcenarmer Kontinent durch innovative Verarbeitung die Rohstoffe nicht immer neu importieren muss, sondern sie im Kreislauf hält. Wir können weitere ökonomische Anreize durch neue Industriezweige schaffen, eine nachhaltigere und kosteneffizientere Wirtschaft stärken und zugleich die Umwelt entlasten. Zu beachten ist allerdings, dass wir mit dem neuen Gesetzesrahmen nicht über das Ziel hinausschießen, indem unnötige europäische Detailvorgaben geschaffen werden, die unsere Wirtschaft bremsen, anstatt sie zu fördern. Es macht Sinn, bewährte nationale Ausnahmeregelungen wie bspw. in Deutschland beizubehalten, um einen unnötigen behördlichen Aufwand zu vermeiden. So können bei uns bis zu 2 Tonnen gefährlichen Abfalls jährlich durch Unternehmen abtransportiert werden, ohne dies extra registrieren lassen zu müssen. Die Forderung des Handwerks, diese deutsche Regelung EU-weit auszudehnen, konnten wir durchsetzen.  

Insgesamt unterstützte ich unser „Abfallpaket“ sehr, denn europäische Standards mit Augenmaß sind unerlässlich, um eine effiziente Kreislaufökonomie zu ermöglichen.

Foto: Wissenschaftlicher Dienst des Europäischen Parlaments

http://www.europarl.europa.eu/news/de/news-room/20170308IPR65671/abfallrecht-mehr-recycling-weniger-deponierung-und-lebensmittelverschwendung

(leider nur auf Englisch verfügbar):

http://www.europarl.europa.eu/thinktank/infographics/circulareconomy/public/index.html

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