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Junge Pflanzen und frische Produkte aus der Metzgerei
Bild: Gruppenbild nach der Führung durch den Betrieb der mk jungpflanzen gmbh.
© Bettina Scriba.
Ein Tourtag, bei dem es um die unterschiedlichsten Themen ging, erwartete mich am 16. Juli 2026 im CDU Kreisverband Biberach.
Los ging es mit einem Besuch bei der Firma mk jungpflanzen gmbh in Berkheim. Organisiert hatte den Termin der Gartenbauverband Baden-Württemberg-Hessen e.V. (GVBWH) und so nahmen neben Präsident Gerhard Hugenschmidt und Vizepräsident Christof Clauss auch Thomas Heiland, Hauptgeschäftsführer GVBWH, teil. Außerdem habe ich mich sehr gefreut, dass Thomas Dörflinger, Landtagsabgeordneter und seit Mai 2026 Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus des Landes Baden-Württemberg, den Termin einrichten konnte. Auch der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Dahler und der Bürgermeister von Berkheim, Walther Puza, sowie viele Mitglieder des Berkheimer CDU Gemeindeverbands waren vor Ort.
Die Geschäftsführerin der mk jungpflanzen gmbh, Marlen Friedrich, und Betriebsleiter Thomas Zeller führten uns durch den Betrieb, der auf einer Fläche von 7,6 Hektar 190 Millionen Gemüsejungpflanzen pro Jahr produziert. Die Pflanzen werden in Presstöpfen, Pflanztöpfen, die kreislaufschließend sind, deren Produktlebenszyklus also nie endet, sowie teilweise in Trays, das sind Schalen, in denen mehrere Pflanzen Platz finden, verkauft. Angeboten werden unter anderem verschiedene Salatsorten, Kohl, Sellerie, Zucchini, Tomaten und Paprikapflanzen. Produziert wird auf Bestellung und pro Woche verlassen 30.000 Kisten mit Gemüsepflanzen den Betrieb. Wärme wird durch eine Holzhackschnitzelheizung erzeugt. Seit 2022 ist das Unternehmen zudem an die Fernwärmeversorgung der Gemeinde Berkheim angeschlossen. Gegründet wurde mk jungpflanzen im Jahr 1987 von Martin Klein in Ulm. 1998 erfolgte der Umzug nach Berkheim. 2015 wurde das Unternehmen von Peter Stader übernommen.
GVBWH-Präsident Gerhard Hugenschmidt hatte in der Begrüßung schon das bürokratische Übel, das über Hand nehme, angesprochen. Und so sprachen wir natürlich sowohl über Bürokratie als auch über Regelungen der EU, wie die Verpackungsverordnung, die den Gärtner zum Produzenten des Topfes macht, in den er seine Gemüsepflanze setzt. Die Kritik an diesen absurden Vorgaben ist berechtigt, allerdings musste ich darauf verweisen, dass diese Regelung von den Parteien in rot, grün und gelb verbrochen wurde. Wir von der CDU und CSU, die heute mit der EVP die Mehrheit der Abgeordneten im Europäischen Parlament stellt, sind es, die diese Regelungen nun umsetzen und in Gesetze einfließen lassen müssen. Auch über die Versorgungssicherheit haben wir gesprochen, denn was bringt es, wenn regional produziert wird, das Gemüse im Supermarkt aber aus Polen kommt, da dort die Marge größer ist? Preisdruck, Wettbewerb und die Herausforderungen, denen sich das Unternehmen stellt, waren weitere Themen, die wir diskutiert haben.
Zum Business-Lunch traf ich mich mit einer Bürgermeisterin und elf Bürgermeistern aus dem Landkreis Biberach im Gasthof „Zum Roten Haus“ in Andelfingen. Bei sehr leckerem Essen, das hier noch frisch gekocht wird, diskutierten wir über das Vergaberecht und die Schwellenwerte der Europäischen Union für Liefer- und Dienstleistungsaufträge, den Breitbandausbau und die Naturschutzrichtlinien, bei denen ich dringenden Reformbedarf sehe. Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (kurz FFH-Richtlinie) gilt seit 1992, die Vogelschutz-Richtlinie seit 1979 und wurde seitdem nur leicht angepasst. Handlungsbedarf besteht natürlich auch auf Bundes- und Landesebene. Reformiert werden muss auch das Bundesnaturschutzgesetz, weg vom Schutz des individuellen Tieres hin zum Populationsschutz. Ich wurde gefragt, ob sich denn beispielsweise alle Länder an die Datenschutzgrundverordnung und die Schwellenwerte halten, oder ob nur Deutschland als Musterschüler fungiert. Natürlich müssen sich alle EU-Länder an die Vorgaben halten, wobei manche der Länder sicherlich gemäßigter und pragmatischer agieren, als wir. Deutschland setzt jeder Regelung der EU gerne noch eines drauf, das muss wegfallen.
Dieses Treffen hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, das Handeln der EU vor Ort zu erläutern und auch Fragen zu beantworten. Übrigens sind es die Vertreter von CDU und CSU, die vor Ort den Kontakt mit den Unternehmen halten. Andere Parteien, so hörte ich bei unserem Business-Lunch, reagieren erst gar nicht auf Nachrichten aus den Rathäusern. Staatssekretär Thomas Dörflinger lieferte uns zudem Einblicke in die Arbeit der neuen Regierungskoalition in Stuttgart.
Schließlich bekamen wir von Matthias Aleker noch eine Führung durch die Metzgerei mit Verkaufs- und Produktionsräumen. Wir erfuhren alles über den großen Um- und Neubau im Jahr 2021, der mit Mitteln aus dem LEADER-Programm der EU und dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum des Landes Baden-Württemberg gefördert wurde. Der klassische Familienbetrieb ist seit dem Jahr 1905 in Andelfingen ansässig. Heute betreiben Mattias Aleker, seine Familie, 18 Vollzeitkräfte und viele Mitarbeiter in Teilzeit auch einen Partyservice, vermieten Zimmer und eine Ferienwohnung. Der Großteil der Stammkunden kommt aus einem Umkreis von 20 Kilometern, der Partyservice deckt einen noch größeren Umkreis ab.
Ich bedanke mich herzlich beim Kreisverband Biberach für die Planung dieses Sommertourtags. Außerdem ein herzliches Dankeschön allen Abgeordneten, Gemeindevertretern und CDU Mitgliedern, die mich begleitet haben.
Bild: Abgeordnete, führende Vertreter des Gartenbauverbands Baden-Württemberg-Hessen e.V. (GVBWH), Marlen Friedrich, Geschäftsführerin der mk jungpflanzen gmbh, Staatssekretär Thomas Dörflinger und Norbert Lins MdEP folgen den Ausführungen von Betriebsleiter Thomas Zeller. © Bettina Scriba.
Bild: Wolfgang Jautz, Bürgermeister von Warthausen, Irene Brauchle, Bürgermeisterin von Oggelshausen, Andreas Schneider, Bürgermeister von Langenenslingen, Norbert Lins MdEP, Katharina und Matthias Aleker sowie Andreas Maaß, Bürgermeister von Rot an der Rot, nahmen an der Führung durch den Betrieb „Zum Roten Haus“ in Andelfingen teil (v.l.n.r.). © Bettina Scriba.