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EU-Parlament nimmt Urheberrechtsreform an

Donnerstag, 28. März 2019, 16:38 Uhr

Das Europäische Parlament hat die umstrittene EU-Urheberrechtsreform angenommen. Plattformen sollen künftig für Eigentumsrechte haften. Ziel der Richtlinie ist es, die Stellung der Rechteinhaber zu verbessern, insbesondere von Musikern, Interpreten, Drehbuchautoren sowie von Nachrichtenagenturen, sodass sie eine bessere Vergütung für die Verwendung ihrer Werke auf Onlineplattformen durchsetzen können. Zudem sollen künftig große kommerzielle Online-Plattformen wie Youtube haften, wenn die Rechte von Urhebern beim Hochladen verletzt werden. Diese Plattformen leben von „user-generated content“, also von Inhalten, die von Nutzern hochgeladen werden. Grundgedanke der Reform ist die neue Regelung der problematischen Machtverhältnisse im Internet. Die Macht in der kreativen Verwertungskette hat sich in erheblichem Maße zugunsten der Internet-Giganten in den USA verschoben. Deren Profite sind umso größer, je weniger sie reguliert werden. Das soll sich nun ändern.

Mit der Reform schaffen wir zum ersten Mal Rechtssicherheit für private User, die Musik oder Videos ins Internet stellen. Wofür private Nutzer bisher abgemahnt oder verklagt werden können, nämlich für das Hochladen urheberrechtlich geschützter Werke, müssen nun die Plattformen geradestehen. Die neue Richtlinie schützt außerdem Presseveröffentlichungen im Internet. Hierbei geht es geht um die Existenz des freien Journalismus und die Sicherung der Qualität journalistischer Arbeit. Ich finde, dass Künstler, Autoren, Musiker und Journalisten auch im digitalen Zeitalter ein Grundrecht auf Eigentum haben. Ich wünsche mir, dass durch die neue Richtlinie mehr Geld ins System der Kulturwirtschaft und zu den einzelnen Kreativen fließt, auch zu den kleineren, unbekannten. 

 

Links:

PM Europäisches Parlament:

http://www.europarl.europa.eu/news/de/press-room/20190321IPR32110/parlament-billigt-reform-des-digitalen-urheberrechtsschutzes

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